Wie kann man die Notwendigkeit von Klimagerechtigkeit visuell darstellen, am besten durch ein Symbol erfahrbar machen? Nur wenn alle Menschen auf diesem Planeten ihre Lebensbedingungen ins Gleichgewicht bringen, wird dauerhaft ein Überleben möglich sein. Wie kann man das in knapper und einprägsamer Form sichtbar machen?

 

Besser als die landläufige Form von Flugblättern, Infoständen und Sonnenschirmen, welche mittlerweile nur den Effekt haben, dass die Passanten weite Umwege um derlei Infoangebote machen, ist eine neuartige, auffällige und dennoch kontemplative Form der Aufmerksamkeitsbindung.

 

Um diese spezielle Balance zu erzielen, ist es notwendig, dass sich jeder Beteiligte mit seinen Nachbarn abstimmt, es entsteht Kommunikation, Interaktion, Vernetzung. Zuschauer, die selbst nicht mitmachen, können erleben, wie ein Prozess in Gang kommt, bis das Ergebnis für kurze Zeit sichtbar wird. Es entsteht ein Bild, das man über die Medien weiter transportieren kann, ein Symbol, das für diejenigen steht, welche es als ihr Sinnbild kommunizieren: Ein Kreis bzw. eine lange Kette von ausbalancierten Wasserwaagen. Dieses Symbol lässt sich durch begleitende Informationen dann viel besser kommunizieren, als dies Texte und Parolen allein schaffen könnten.

 

Die traditionelle Demo-Aktivisten-Methode funktioniert nicht mehr, neue Wege sind erforderlich, um ans Ziel zu gelangen. Die Öffentlichkeit erwartet auffällige, intelligente und einprägsame Formen der Auseinandersetzung. Spruchbänder und Sprechchöre werden dieser Erwartung nicht mehr gerecht.

 

Diese Aktion ist eine Kunstaktion, nicht reine Aktivisten-Aktion. Der Unterschied ist, dass es Gedankenfreiräume gibt, dass es Anregung und keine Agit-Propaganda ist. Kunst und Kultur sind wesentliche Faktoren in der Gesellschaft, sie sind kein Mittel zum Zweck, sondern stellen eigene Werte dar. Der Klimawandel ist eine kulturelle Herausforderung, seine Folgen sind soziale, somit kulturelle. Also ist Kunst genauso wichtig, wenn es um die Lösung der Klimafolgen geht.

 

Hermann Josef Hack