KOPENHAGEN WAAGEN
Die Kunstaktion für Gerechtigkeit im Klimawandel als Signal von Leipzig nach
Kopenhagen
mit Hermann Josef Hack, den Freunden der Landlosenbewegung und Leipziger
Initiativen
war ein voller Erfolg.
Am 12.12.2009 um 14.00 Uhr haben der Maler und Aktionskünstler Hermann Josef
Hack und
die FreundInnen der brasilianischen Landlosenbewegung MST mit ihrer Aktion
´Kopenhagen Waagen´
das Leipziger Stadtbild rund um den Burgplatz dominiert. Über 250 Aktive nutzten
trotz frostiger
Temperaturen die Gelegenheit, Einigkeit in Sachen Klimagerechtigkeit zu
demonstrieren. Die Idee
Hermann Josef Hacks war die Schwierigkeit und Möglichkeit einer globalen Balance
erfahrbar zu
machen. Oberstes Anliegen war dabei, endlich Verantwortung für die fatale
Situation auf der
Südhalbkugel zu übernehmen.
Nachdem die Beteiligten den kompletten Burgplatz
mit Wasserwaagen umstellt hatten,
führte Hack die Demonstration zur Thomaskirche. Friedlich, aber bestimmt
skandierten die
Demonstranten „Kopenhagen, wagen!“ und „Klimagerechtigkeit für Alle!“ Die aus
Brasilien
angereisten Vertreter der MST sangen brasilianische Arbeiterlieder. Damit wurde
die Aufmerksamkeit
vieler Passanten geweckt, von denen sich einige spontan dem Zug zurück zum
Burgplatz anschlossen.
Die Veranstalter und der Künstler zogen nach
Abschluss der Aktion ein positives
Resümee: „Man hat gemerkt, wie die Aktion als stille Prozession begonnen hat und
wie die Menschen
dann immer bestimmter ihre Forderungen skandiert haben. Damit haben wir
friedlich die
Aufmerksamkeit der Passanten erregt.
Stimmen zur Aktion:
Wir fordern von den
Politikern, dass
sie Vereinbarungen treffen, die keine Feigenblätter sind. Aber auch wir selbst
sind gefordert und
müssen unsere egoistische Lebensweise umstellen. Leipzig ist ein kleiner Erfolg.
Gleichwohl bleibt
noch viel zu tun. Als Künstler lautet mein Beitrag: Only art will stop
climate change!“, so Hack.
Thomas Schmidt (Freunde der MST) bemerkte zu den sozialen Forderungen
hinter der
Kunstaktion: „Alle haben das gleiche Recht, Energie und Ressourcen zu
verbrauchen. Das heißt vor
Allem, dass wir hier in den Industrieländern unser Energiemodell überdenken
müssen. Wir
verbrauchen dreimal soviel wie uns zusteht.“
Noch deutlicher fällt die Kritik von Wolfgang Hees (Lateinamerikareferent
Caritas
International) am Kopenhagener Gipfel aus: „In Kopenhagen wird die globale
Ungleichheit, wie sie
jetzt besteht, festgeschrieben. Kopenhagen bedeutet auch für uns kleine
Einschränkungen. Aber für
uns, auf unserem hohen Energieniveau, sind diese viel leichter zu bewältigen,
als im Süden, wo sie ein
wirkliches Hindernis für Entwicklung darstellen.“
Benjamin Bunk von den Freunden der MST stellte den Zusammenhang zwischen
den
ökologischen Problemen und ökonomischen Gegebenheiten heraus: „Die
Marktmechanismen, die zu
der jetzigen Situation geführt haben, sind nicht geeignet, das CO2-Problem zu
lösen. Viel mehr
verschärfen sie die sozialen und ökologischen Probleme.“
Thomas Steinhäuser (IG Metall) ging in seinem Kommentar zu Kopenhagen
Waagen auf die
Protestkultur ein: „Ein Protest vom Volk, wie auf den Montagsdemonstrationen
in Leipzig vor 20
Jahren, ist ein Signal, dass das politische System nicht in der Lage ist, die
akuten Probleme zu lösen.“
(Redaktion Christian Straßenmeyer, Bilder: Gregor von Glinski und Andere)
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