Dies ist
Homepage der "Amigos do MST/Freundinnen und Freunde der MST" in
Deutschland. Unser Ziel ist es Allgemeine Informationen über die MST,
eine Landlosenbewegung Brasiliens, zur Verfügung zu stellen und über
aktuelle Themen in Bezug auf das MST, die Agrarreform und Landkonflikte
zu berichten. Diese Seite befindet sich im steten Aufbau, ... aber bald!
März 2010: Polizei terrorisiert Aktivisten der
Landlosenbewegung MST um das Unternehmen Cutrale zu verteidigen
Polizeiliche Such- und Festnahmeaktion von Aktivisten der MST, die
illegal angeeignetes Land des transnationalen Konzerns besetzten,
traumatisiert deren Familienangehörige
„Wirst du wohl aufstehen, du Nichtsnutz?
Was, Sie nehmen Drogen?“ Es war um 5 Uhr morgens, als die Tür aus
Zeltplane und Holz von Gentil Alves, 78 Jahre, von vier Männern
herausgerissen wurde. Allein in seiner Hütte sah er, wie die Kleidung
seiner Familie auf den Boden und durchgewühlt wurde. „Ein Magerer
sagte: „Der Alte muss nicht mit, in einem Tag kommen wir zurück.“ Ich
habe vor Angst gezittert“, erinnert sich Gentil, ein Bauer, der ein
Landstück in der Siedlung Loiva Lourdes in Borebi im Hinterland des
Bundesstaates Sao Paulo besitzt. Er und seine Frau, Dona Nair, 66 Jahre
alt, wohnen dort mit einer Enkelin und einer Urenkelin von 6 Monaten. Er
war einer von vielen, die durch die sogenannte Operation Laranja („
Apfelsine“) überrascht wurde. Eine Aktion die die Zivilpolizei von Sao
Paulo im Rahmen einer Untersuchung durchführte, welche die Festnahme von
Mitgliedern des MST aufgrund der Zerstörung von Apfelsinenpflanzen des
transnationalen Konzerns Cutrale im letzten Oktober nach sich zog.
Am Morgen des 26. Januar drangen im Rahmen
der Operation, ungefähr 150 Polizisten mit Such- und Haftbefehlen in
mehrere weitere Hütten ein. Die Suche nach Aktivisten endete mit 9
Festnahmen. Außer in der Siedlung von Gentil wurde die Operation auch in
Zumbi dos Palmares durchgeführt und von Benedito Antônio Valencise, dem
Polizeikommissar von Bauru, geleitet. 20 Haftbefehle wurden erteilt,
davon wurden 7 Personen 2 Wochen lang festgenommen, die anderen 13
wurden nicht angetroffen.
März 2010: Jahresbilanz 2009 und
Ausblick 2010 der Movimento dos Sem Terra (Infobrief
178, 30.12.09)
Das Jahresende ist ein
geeigneter Augenblick, um die Aktivitäten der vergangenen Zeit zu
bilanzieren, um die Fortschritte und Schwierigkeiten zu reflektieren und
um das nächste Jahr zu planen.
2009 wird in der
Geschichte als das Jahr der großen kapitalistischen Krise in Erinnerung
bleiben, die die Finanzmärkte auf der ganzen Welt erschüttert hat. Die
Krise begann in den USA, aber betraf verschiedene arme und reiche
Länder, brachte Börsen, Banken und Unternehmen zum Zusammenbruch,
höhlte die ideologische Vorherrschaft des Sicherheitsglaubens der
großen Kapitalisten in ihren Gott Markt , den sogenannten
Neoliberalismus, aus.
Wir erhielten die
traurige Nachricht, dass die Zahl der Hungernden laut UNO-Angaben schon
1 Milliarde Menschen übersteigt, oder anders ausgedrückt, eine von 6
Personen hungert irgendwo auf dieser Welt. Es gab einen weiteren Anstieg
der Einkommens- und Reichtumskonzentration auf dem ganzen Planeten, der
durch die kapitalistische Funktionsweise global erfolgt.
12.12.09: KOPENHAGEN WAAGEN Die Kunstaktion für Gerechtigkeit im Klimawandel als
Signal von Leipzig nach Kopenhagen
mit Hermann Josef Hack, den Freunden der Landlosenbewegung und Leipziger
Initiativen
war ein voller Erfolg.
Am 12.12.2009 um 14.00 Uhr haben der Maler und Aktionskünstler Hermann
Josef Hack und
die FreundInnen der brasilianischen Landlosenbewegung MST mit ihrer
Aktion ´Kopenhagen Waagen´
das Leipziger Stadtbild rund um den Burgplatz dominiert. Über 250 Aktive
nutzten trotz frostiger
Temperaturen die Gelegenheit, Einigkeit in Sachen Klimagerechtigkeit zu
demonstrieren. Die Idee
Hermann Josef Hacks war die Schwierigkeit und Möglichkeit einer globalen
Balance erfahrbar zu
machen. Oberstes Anliegen war dabei, endlich Verantwortung für die
fatale Situation auf der
Südhalbkugel zu übernehmen.
Politische Klima-Kunst-Aktion in
der Leipziger Innenstadt
Kopenhagen Waagen !!!
Wo:
Burgplatz, Leipzig
Wann:
12. Dezember 2009, 14 bis 15 Uhr
Wer:
Wir, Ihr, Alle
Was gibt’s zu tun:
Mit einer Wasserwaage Da-Sein!
Warum:
Schon jetzt sind die Menschen im globalen
Süden durch extreme Wetterlagen, Dürren und Wassermangel in ihrer
Existenz bedroht. Die internationale Politik muss reagieren, doch bisher
sind die Maßnahmen sozial und ökologisch fragwürdig. Gerechtigkeit im
Klimawandel muss jetzt in Kopenhagen festgeschrieben werden. Doch wir
alle sind aufgefordert, ein Zeichen zu setzen.
Dies ist eine Kunstaktion! Eine politische
Kunstaktion. Mit der Wasserwaage, einem vertrauten
Gebrauchsgegenstand, den jeder mitbringen kann, symbolisiert der
Künstler das Gleichgewicht das diesem Planeten fehlt. Doch eine
Wasserwaage allein ist nicht die Botschaft. Wenn allerdings hunderte
Wasserwaagen durch euch ins Gleichgewicht und auf eine Höhe gebracht
werden, so ergibt sich daraus ein neues, ungewohntes Zeichen, das erst
durch aktive Beteiligung zustande kommt.
Zudem symbolisiert das Wasser der Waage eine knappe Ressource, um welche
der jetzigen und kommenden Generation ein Kampf bevorsteht, der unser
Verständnis von Gerechtigkeit nachhaltig aus dem Gleichgewicht bringen
wird. Wenn wir es waagen wollen, so ist dies ein deutliches Signal an
Kopenhagen ebenfalls mehr Gleichgewicht zu wagen.
Eine politische
Kunstaktion von Hermann Josef Hack, gemeinsam mit Quetzal e.V. und den
FreundInnen und Freunden der brasilianischen Landlosenbewegung, MST,
Deutschland e.V.
Die Bedeutung der
ENFF für Brasilien, Lateinamerika im Kontext von Klimagerechtigkeit
Am 10. Dezember
findet von 19:00 bis 21:30 Uhr an der Universität Leipzig die
öffentliche Übergabe der Bundesschule Florestan Fernandes an die
brasilianische Landlosenbewegung Movimento dos Sem Terra statt.
Zu dieser feierlichen Projektübergabe laden wir Sie herzlich ein und
würden uns sehr freuen, wenn Sie bereit wären ein paar Grußworte zu
sprechen.
Der Bau dieser
Universität für die größte soziale Bewegung Lateinamerikas wurde durch
Mittel der Entwicklungszusammenarbeit von Caritas International, der
Europäischen Union und den Freundinnen und Freunden der brasilianischen
Landlosenbewegung MST, Deutschland, e.V. ermöglicht.
Diese förmliche
Übergabe der Bundesschule wird gemeinsam mit dem Arbeitskreis Umwelt der
Universität Leipzig veranstaltet und findet im Rahmen des 8.
Europäischen Treffens der FreundInnen der MST vom 9.-13.12.09 in
Leipzig statt. Eingeladen sind verschiedene Repräsentanten - Freunde der
MST - aus ganz Europa und den USA, Repräsentanten der Landlosenbewegung
aus Brasilien sowie eine breite Öffentlichkeit innerhalb und außerhalb
der Universität in Leipzig.
Herzliche Grüße
Wolfgang Hees,
Thomas Schmidt, Thomas Steinhäuser und Benjamin Bunk
Freundinnen und Freunde
der Landlosenbewegung MST, Deutschland, e.V.
Veranstaltungsablauf
Ort: Hörsaal
Universität Leipzig
19:15 - 20:00
Offizielle Übergabe
der Escola Nacional Florestan Fernandes
Moderation: Wolfgang
Hees (Lateinamerikareferent Caritas International)
20:00 - 21:30
Bildung in Bewegung
Die Bedeutung der
brasilianischen Bundesschule Florestan Fernandes für die ländlichen
sozialen Bewegungen im Kontext von Agrarpolitik und Klimawandel
Vortrag von Kelli Mafort
und Neuri Rossetto (Bundeskoordination der MST) mit anschließender
Diskussion
VIII.
Europäisches Treffen der Freundinnen und Freunde der brasilianischen
Landlosenbewegung MST & Runder Tisch Brasilien
Brasilien ist geprägt
durch eine extrem ungleiche Landverteilung. Etwa 10 % der Bevölkerung
besitzen 80 % des Landes, während rund fünf Millionen Menschen in
Brasilien landlos sind. Die Folge sind gewaltsame Konflikte auf dem
Land und massive soziale Konflikte in den Städten. Der Klimawandel und
die internationalen klimapolitischen Maßnahmen stellen eine neue
existentielle Bedrohung für die arme ländliche Bevölkerung dar. Die
Landlosenbewegung MST setzt sich dagegen für ein alternatives
Entwicklungsmodell ein.
VIII. Europäisches
Treffen der Freundinnen und Freunde der brasilianischen
Landlosenbewegung MST, 9.-11.12.2009
& Wochenendtagung des
Runden Tisches Brasilien, 11.-13.12.2009 in Leipzig
Anmeldung zum Treffen
und zur Tagung:
kooperationbrasilien(at)googlemail.com (siehe oben). Bitte gebt bei
der Anmeldung an, ob ihr an BEIDEN Tagungsteilen teilnehmen werdet
(9.-11.12.09 und 11.-13.12.09).
4.-16. Dezember 2009: BILDUNGSREISE
25 Jahre Movimento dos Sem Terra
Brasiliens Agrarfrage im Zeichen des
Klimawandels
Veranstaltungsorte und
mehr... in Kürze!!!
14.-23. November 2009: BILDUNGSREISE
"Entwicklung - aber für wen?!"
Brasilien: Das
Thyssen-Krupp-Stahlwerk und die Fischer
Stahlwerkkomplex von Thyssen-Krupp
verseucht brasilianische Bucht +++ verstößt gegen Umweltauflagen +++
vertreibt lokale Fischer +++ und sieht keinen weiteren Handlungsbedarf,
wenn der Sicherheitschef des Unternehmens Morddrohungen gegen Fischer
ausspricht...
Bischof Dom Cappio erhält den
Kant-Weltbürgerpreis
Am 9. Mai wurde Jeff Halper aus Israel und Bischof Dom Cappio aus
Brasilien der Immanuel-Kant-Weltbürgerpreis verliehen. Die Verleihung
fand um 10.15 Uhr in der Aula der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg
statt. Seit Jahrzehnten setzt sich Dom Cappio für Leben und Leute am
Fluss Rio Sao Francisco im Nordosten Brasiliens ein.
Ausführlichere Informationen und weitere Termine von Dom Cappios
Europareise (bsp. auf dem ev. Kirchentag in Bremen, 21.Mai) unter:
Interview mit Isaias
Vedovatto von der Landlosenbewegung MST
Vom 20. bis 24. fand im
südlichsten Bundesstaat Brasiliens, Rio Grande do Sul, das 13. Nationale
Treffen der Landlosenbewegung in der MST Siedlung Anoni statt. Anlass
war das 25 -jährige Bestehen der Bewegung. Ein Interview mit Isaias
Vedovatto, der in vielen Führungsgremien der Bewegung aktiv ist über die
bisher erreichten Ziele und die Zukunft der Bewegung.
mehr...
April 2009:
Schulen des MST sollen
wieder geöffnet werden
Auf massiven Druck der MST und
Öffentlichkeit - sogar aus dem konservativen Lager, wurde in einer
neuerlichen Anhörung vor der Erziehungskommission der des
Landesparlaments beschlossen die Schließung Schulen der MST in Rio
Grande do Sul unter bestimmten Auflagen rückgängig zu machen.
Februar/März
2009:
Gouverneurin schließt Schulen der MST in Rio Grande do Sul
Seit Mitte Februar hat
die Landesregierung in Rio Grande do Sul, unter der Gouverneurin Yeda
Crusius, mehrere Schulen der Landlosenbewegung MST mit dem Argument
geschlossen, die nationale Sicherheit zu gefährden: Die Polizei hatte in
den Schulen Bücher von Paulo Freire und Florestan Fernandes gefunden.
Dies hat im brasilianischen Nationalparlament und International für
Aufregung gesorgt.
Eine Stellungnahme des
Kapuziner Mönchs Frei Pilato Pereira:
Warum schloss Yeda die Wanderschule?
Wenn man mich fragt, wie viele Auszeichnungen die Staatsgouverneurin für
ihren Beitrag für das Schulsystem bekommen hat, könnte ich nicht
antworten. Es sieht so aus als hätte Yeda Crusius nie etwas Gutes für
die Bildung getan, um eine Auszeichnung zu bekommen. Allerdings, stellt
man dieselbe Frage über MST, lautet die Antwort anders.
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Februar 09:
Fotos der
XIII. Nationalversammlung in Sarandi - 25 Jahre MST
hier...
Abschlusserklärung der XIII.
Nationalversammlung
hier...
Januar
09:
Der
Kampf geht weiter - 25 Jahre Landlosenbewegung Movimento dos Sem Terra
Auf der
Nationalversammlung anlässlich ihres 25jährigen Bestehens gibt sich die
Landlosenbewegung Brasiliens kämpferisch und selbstbewusst. Die aktuelle
Wirtschaftskrise wird als eine Chance für die Bewegung wahrgenommen und
als Bestätigung für die Notwendigkeit ihres alternativen
Entwicklungsmodells. Trotz neuer Herausforderungen in der Landfrage,
einem politisch schwierigen Umfeld und interner Probleme der letzten
Jahre, gibt sie sich optimistisch und sucht nach strategischen Allianzen
für eine Zeit nach Lula.
mehr...
Conflitos no
Campo 2007:
Seit 23 Jahren
verfasst die Comissão Pastoral da Terra einen jährlichen Bericht,
in welchem die Gewalt auf dem Land dokumentiert wird. Auf den ersten
Blick scheinen die Landkonflikte welchen die ländliche Bevölkerung,
deren Bewegungen und Organisationen ausgesetzt sind, im Jahr 2007zurück
gegangen zu sein.
Marina Silva übernimmt Propaganda der Zuckerrohr-Ethanolindustrie
(Übersetzung: Christian Russeau, FDCL-Berlin)
São Paulo, 06/05/2008 - Während des Brasilienbesuchs des bundesdeutschen
Umweltministers, Sigmar Gabriel, stimmte letzte Woche die
Umweltministerin, Marina Silva, in den Chor von Präsident Lula ein,
indem sie in Bezug auf Agrokraftstoffe behauptete, “Brasilien verfügt in
der Produktion schon jetzt über Umwelt- und Sozialkriterien” und müsse
diese nur “publik machen”. Nach Ansicht der in der Arbeitsgruppe Energie
des Brasilianischen Forums von Nichtregierungsorganisationen und
Sozialen Bewegungen für Umwelt und Entwicklung (FBOMS) versammelten
Organisationen und Bewegungen sind solche vermeintlich in Brasilien
angewandten oder von der Regierung definierten und in der Praxis
umgesetzten Kriterien der Gesellschaft nicht bekannt. Für die
Organisationen verschärft die weltweite Ausweitung des Ethanolmarktes
die bereits existenten Probleme in Brasilien, dies sowohl in Bezug auf
die sozialen Auswirkungen als auch in Bezug auf die Impakte auf die
Biodiversität.
06.05.2008:
Auftraggeber im Fall Dorothy freigesprochen!
Mit Bestürzung haben wir
die Nachricht der Freilassung des Fazndeiros Vitalimar Bastos de Moura
vernommen. Dieser wurde als Auftraggeber der 74-jährigen Nonne Dorothy
Stang rechtskräftig zu mehr als 20 Jahren verurteilt. Dennoch wurde der
fazendeiro jetzt nach 20-minütiger Verhandlung in der 2.Instanz
freigesprochen.
Wir
bitten Sie, sich dafür einzusetzen, dass auch im Bundesstaat Pará
rechtsstaatliche Grundsätze angewendet werden und nicht nur der
pistoleiro eine Haftstrafe zu verbüssen hat sondern ebenso dessen
Auftraggeber zur Rechenschaft gezogen wird.
Rua 28 de setembro nº 339 - Comércio
Belém-PA - CEP: 66010-100
Artikel (Brasilicum, April):
Und immer wieder Dorothy
Am 12. Februar
jährte sich zum dritten Mal der Mord an der Ordensschwester Dorothy in
Anapu, im Bundesstaat Pará. Die beiden Todesschützen Rayfran das Neves
Sales und Clodoaldo Batista, der Mittelsmann Amair Feijoli da Cunha und
einer der Auftraggeber Vitalmiro Bastos de Moura wurden inzwischen
verurteilt und sitzen sogar in Haft. Im Kontext einer Regierung Lula,
welche die Föderalisierung der Prozesse und polizeilichen Ermittlungen
ermöglichte, und der internationalen Aufmerksamkeit, ist dies ein
bemerkenswert einzigartiger und schneller rechtlicher Erfolg - aber
nicht genug!
Seit Juni 2007 wartet man auf die Entscheidung des
Obersten Gerichtshofs im Berufungsverfahren von Regivaldo Perreira
Galvão, des zweiten angeklagten Auftraggebers.
FDCL, KoBra, Amigos do MST/Freundinnen und
Freunde der MST,
Berlin, 22. April 2008
Wir leiten hiermit den Offenen Brief des
Bischofs Dom Xavier Gilles de Maupeou d'Ableiges, Präsident der
brasilianischen Landpastorale (Comissão Pastoral da Terra - CPT
nacional), vom 17.April 2008 weiter. zum Brief....
Wir schließen uns der Forderung von Bischof
Dom Xavier Gilles de Maupeou d'Ableiges an und fordern, die Einladung an
Herrn Doktor Paulo Celso Pinheiro Sette Câmara, ausgesprochen durch die
Konrad-Adenauer-Stiftung, auf der Veranstaltung am 24. und 25. April
2008 in Berlin des IX. Deutsch-Brasilianischen Symposiums "Innere
Sicherheit und Demokratische Gesellschaft in Brasilien und Deutschland"
zu referieren, zurückzunehmen und ihn auszuladen.
"Die Einladung an Herrn Sette Câmara, exakt eine Woche nach dem 12.
Jahrestag des Massakers, auf diesem Symposium zu reden, ehrt die
Adenauer-Stiftung nicht und stellt einen Angriff auf die Gefühle der
Familien und auf das Gedenken der 19 Opfer dar", sagt Bischof Dom Xavier
Gilles de Maupeou d'Ableiges, Präsident der brasilianischen
Landpastorale (Comissão Pastoral da Terra - CPT nacional).
FDCL - Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika, Berlin
KoBra - Kooperation Brasilien, Freiburg
Amigos do MST/Freundinnen und Freunde der MST, Frankfurt
Am 22.04.08 ist ein
Artikel in der Tageszeitung "junge Welt" zur Einladung von Herrn
Sette Câmara zum IX.Deutsch-Brasilianischen Symposium erschienen.
Interessant ist dabei die Stellungnahme und Argumentation der
Konrad-Adenauer-Stifung.
12 Jahre nach dem Massaker von Eldorado dos
Carajás wird einer der politisch Verantwortlichen für das Massaker auf
eine
Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung als
Gastredner eingeladen
Berlin/Freiburg/Frankfurt, 17.April 2008
Am 17. April 1996 wurden
19 Landarbeiter nahe der Stadt Eldorado dos Carajás im brasilianischen
Bundesstaat Pará von Polizisten erschossen. Die 19 Personen waren
Teilnehmer des "Marsches für eine Agrarreform", der am 10. April von
1.500 Familien landloser Arbeiter ins Leben gerufen wurde, und dabei
blockierten sie die Bundesstraße PA-150. Paulo Sette Câmara war
im Jahre 1996 Staatssekretär für öffentliche Sicherheit im
brasilianischen Bundesstaat Pará und erteilte am 17. April 1996 an die
Polizei die Anweisung, "unter
Anwendung notwendiger Mittel, inklusive Schusswaffengebrauch" die
Bundesstraße PA-150 von den Demonstranten zu räumen. 19 Landarbeiter
wurden erschossen, 81 Personen wurden verletzt. Seit diesem Massaker
wird jährlich der 17. April als "Tag der Landlosen" in Erinnerung an die
Opfer weltweit begangen.
Am 24. April 2008 ist
Paulo Sette Câmara nun geladener Gast einer Veranstaltung der Konrad
Adenauer Stiftung und der Deutsch-Brasilianischen Gesellschaft in
Berlin. Auf dem IX. Deutsch-Brasilianischen Symposium unter dem Titel
"Innere Sicherheit und Demokratische Gesellschaft in Brasilien und
Deutschland" wird Paulo Sette Câmara am 24. April 2008 um 15:00 Uhr im
"Hotel Berlin", Lützowplatz 17, D-10785 Berlin zum Thema "Kriminalität
und Gewalt als Herausforderungen für die Demokratie in Brasilien" als
Gast der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) sprechen.
FDCL, KoBra und die
Amigos do MST / Freundinnen und Freunde der MST protestieren auf
schärfste gegen die Einladung von Paulo Sette Câmara als Gast der
Konrad-Adenauer-Stiftung. "Die Einladung von Herrn Sette Câmaras durch
die Konrad-Adenauer-Stiftung als Gastredner auf dem IX.
Deutsch-Brasilianischen Symposium ist ein Skandal", sagt Christian
Russau vom Berliner Forschungs- und Dokumentationszentrum
Chile-Lateinamerika (FDCL), "Herr Sette Câmara gab die polizeiliche
Anweisung für das Massaker und trägt somit die volle politische
Verantwortung". "Die Konrad-Adenauer-Stiftung lädt den politisch
Verantwortlichen für das Massaker als Gast zu ihrer Tagung ein und tritt
damit das Angedenken der erschossenen Landarbeiter mit Füßen",
kritisiert Kirsten Bredenbeck von der Nichtregierungsorganisation KoBra
aus Freiburg. "Es kann nicht sein, dass 12 Jahre nach dem Massaker,
dessen politisch Verantwortliche noch immer nicht zur Verantwortung
gezogen wurden, Herrn Sette Câmara als vermeintlicher Experte für
"Innere Sicherheit" auf einer Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung
über Demokratie ein Podium gegeben wird", ergänzt Thomas Schmid von den
Amigos do MST/Freundinnen und Freunde der MST.
Hintergrundinformationen zum Massaker von Eldorado de Carajás:HIER...
(Aus: Justiça Global / Hrsg. v.
FDCL e.V. :
Menschenrechte in Brasilien, (Titel des brasilianischen
Originals: Direitos Humanos no Brasil - 2003), Lusophonie -
Verlag portugiesisch-sprachiger Länder, in Kooperation mit FDCL,
Freiburg/Berlin/São Paulo/Rio de Janeiro 2004, S.124-127)
Für weitere Informationen und Interviews kontaktieren Sie:
Christian Russau,
FDCL, TEL: 030-693 40 29
Kirsten
Bredenbeck, KoBra, TEL: 0761-600 69 26
Thomas Schmid,
Amigos do MST/Freundinnen und Freunde der MST, e-mail:
ts.amigos.mst[AT]t-online.de
Aufruf zur Unterschriftenaktion und Solidarität mit Dom Cappio und dem
Fluss São Francisco
! (siehe auch
Letraviva 146_port.)
Liebe FreundeInnen,
Dom Cappio
befindet sich nun seit 27.November im Hungerstreik. Bis zum heutigen
Tag, kam von der brasilianischen Regierung kein einziges Signal
einzulenken und die Flussumleitung des São Francisco zu überdenken.
Die
Situation ist dramatisch, es geht um Leben oder Tod! Die nationale und
internationale Unterstützung der Bevölkerung ist in diesem Moment
äußerst wichtig. Beiliegend findet ihr eine Unterstützungserklärung des
Theologen Leonardo Boff, die bereits viele weltweit bekannten
Persönlichkeiten, Geistliche, Schauspieler und Intellektuelle sowie
verschiedene
Organisationen unterschrieben haben. Pastoralorganisationen und soziale
Bewegungen wie Caritas Brasilien, Kommission der Landpastoral (CPT), Via
Campesina, und andere erklären den 17. Dezember zum "Nationalen Tag der
Mahnwache und des solidarischen Fastens". Es wird erwartet, dass sich
tausende dieser Solidaritätsaktion anschließen. Dies ist eine
Möglichkeit, sich solidarisch zu zeigen mit Dom Luiz Cappio und gegen
die Art und Weise, wie die brasilianische Regierung sich gegenüber dem
friedlichen Protest verhält, zu protestieren. Es ist wichtig sich dieser
Bewegung anzuschließen, den die Zeit läuft.
Der Termin für das nächste Treffen der Freundinnen und Freunde
der Landlosenbewegung steht: 22.02.2007mehr...
Es gibt einige neue Fotos des Amigas e amigos do MST Europa-Treffen in Oslo
(11.-14.Oktober 2007), des V.
Nationalkongresses in Brasilia (11.-15.Juni 2007) und auch von
der Schule - Escola Nacional
Florestan Fernandes - sind einige neue Bilder in der Rubrik zu
finden.
Info: globalisierungskritischer
Klassiker der Bildungsarbeit - "Septemberweizen" - nun als
DVD im Handel. mehr...
Pressemitteilung:
Via Campesina, 21/10/07: Bewaffnete Syngentamiliz ermordet einen Leader
der brasilianischen
Landlosenbewegung
Während eines Angriffs einer 40-köpfigen, bewaffneten Miliz auf ein
Zeltlager von landlosen Bauern auf dem Versuchsfeld des schweizer
Agrochemimultis Syngenta in Santa Teresa do Oeste um 13.30 Uhr des
21.Oktobers wurde der 32-jährige Valmir Motta, Vater von drei Kindern
und Mitglied der Via Campesina, mit 2 Schüssen in die Brust ermordet.
Weitere
6 Landarbeiter wurden ernsthaft verletzt und ein Angreifer kam wohl auch
ums Leben. mehr...
Erklärung des V. Nationalkongresses der
brasilianischen Bewegung der Landlosen
Wir, 17.500 landlose
Landarbeiterinnen und Landarbeiter aus 24 Staaten Brasiliens, 181
internationale Gäste in Vertretung von 21 Kleinbauern-Verbänden aus 31
Ländern und Freundinnen und Freunde aus verschieden Bewegungen und
Organisationen, haben uns vom 11. bis zum 15. Juni 2007 auf dem V.
Nationalkongress des MST versammelt, um die Probleme unserer
Gesellschaft zu analysieren, zu diskutieren und Alternativen
aufzuzeigen.
von 11-15. Juni 2007 in Brasilia; das diesjährige Motto lautet:"Reforma Agrária: por justiça social e soberania popular."
(Agrarreform: Für soziale Gerechtigkeit und
Souveränität des
Volkes).
Anlässlich des Kongresses haben Die "amigas
e amigos do MST - Deutschland" und
"Kobra e.V" und ein Sonderheft herausgebracht.
mehr...
Notiz 10. Mai 2007: Die MST auf dem Weg
zum V. Kongress
Im Juni 2007 wird der V. Kongress der MST in Brasilia
stattfinden. Das wird ein bedeutender Moment der Reflexion und der Analyse
der Aktivitäten der Bewegung sein und gleichzeitig ein Ort, an dem die
Perspektiven und Strategien der Kämpfe in der nächsten Zeit entwickelt
werden. Darüber hinaus war dieses Ereignis von seinen ersten Schritten der
Vorbereitung an ein Prozess der politischen Bildung der tausenden aktiven
Männer und Frauen, die an ihm teilnehmen. Und weiter: Er zeigt der
Gesellschaft die Bedeutung der Agrarreform und der Fähigkeit der Bewegung
sich zu organisieren.
Der Kongress ist aber auch eine Zeit der Verbrüderung der
Aktivisten, ein Erfahrungsaustausch, ein Wiedergewinnen der Energien, um
konsequent den Kampf um die Demokratisierung des Landes und für ein
alternatives Gesellschaftsmodell fortzusetzen. Lesen Sie im folgenden einige
kurze Hinweise zur Geschichte der Kongresse der MST.
mehr
Notiz 17. April 2007: Warum mobilisieren wir in ganz Braslien?
Seit dem 17. spricht man
wieder einmal von einem "roter April" in Brasilien. In Erinnerung an das
Massaker 1996 in "Eldorado do Carajás" finden steigt die Mobilisierung des
MST an um an die unerfüllten Forderungen einer Landreform zu erinnern
und mehr Gerechtigkeit einzufordern. Auch unter der Regierung "Lulas" wird
diese Tradition fortgesetzt. Warum mobilisieren wir in ganz Braslien? mehr
Notiz 05. Juli 2006: Und der Fall Dorothy?
"Wer hätte schon den Mut eine
alte Dame wie mich umzubringen?“ (Dorothy)
Zur Erinnerung: Der brutale Auftragsmord an Dorothy Stang am 12. Februar
2005 hatte national wie international viel Aufmerksamkeit und Entrüstung
hervorgerufen. Die Ordensschwester aus den USA war knapp 40 Jahre im
Amazonasgebiet aktiv und engagierte sich für eine nachhaltige Entwicklung
und die Rechte der Landlosen. Unerschrocken hatte sie immer wieder die
lokalen Großgrundbesitzer herausgefordert und wegen Sklaverei, illegalem
Holzschlag und anderen Verstößen gegen die Menschenrechte angezeigt.
Bereits im Dezember 2005 waren die beiden Auftragsmörder zu 17 und 27 Jahren
Haft verurteilt worden. Nun sind weitere Urteile gefällt worden.
mehr
Notiz 29.Juni 2006:
Sojaanbau und Agrobusiness
Den Fachleuten ist klar: Der Anbau von Soja führt in den kommenden
Jahren zu einer Zunahme des "Agrobusiness"
Die Anpflanzung von Soja dürfte bis 2010 um 27 % zunehmen -
eine Tatsache, die zu einem Anstieg der landwirtschaftlichen
Industriebetriebe (agronegócio/agrobusiness) auf der gesamten Welt führt.
Die erschreckende Schätzung wurde während einer Eröffnungsveranstaltung des
„Fórum Social de Resistência ao Agronégocio“ bekannt gemacht, die derzeit in
Buenos Aires (Argentinien) stattfindet. Dort debattieren Forscher zusammen
mit Bauernorganisationen und Umweltschützern über das gegenwärtige Modell
des agrobusiness. Dieses Modell, beherrscht von multinationalen Konzernen im
Bereich Landwirtschaft und Nahrungsmittel, zerstört immer mehr die Umwelt
und verarmt große Teile der Bevölkerung Lateinamerikas zugunsten der Gewinne
dieser Unternehmen.
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Notiz 18. November 2005: Zwei weitere Morde an Landarbeitern im
Norden von Mato Grosso
Etwa um 9.30 des 16. Novembers 2005 wurden
Vanderlei Macena Cruz und Mauro Gomes Duarte, Bewohner des Camps Renasçer
getötet, als sie auf einem Motorrad auf dem Weg zur Arbeit waren. Nach einem
Bericht des örtlichen Büros der „Comissao Pastoral da Terra“ (CPT) wurden
beide auf einer Strasse gefunden welche zwischen den Ländereien der
Großgrundbesitzer Silmar Kessler und Sebastiao Neves de Almeida (Chapeu
Preto) verläuft. Bis andere Bewohner des Camps, welche die Schüsse gehört
hatten, vor Ort ankamen waren beide bereits tot. Trotz sofortiger
Benachrichtigung der örtlichen Militär Polizei kam diese erst in der Nacht
des selben Tages um entsprechende Maßnahmen zu treffen und die Leichen zu
untersuchen.
mehr
Politische AKTION zur KLIMAGERECHTIGKEIT in der Leipziger Innenstadt
10. Dezember 2009:
PROJEKTÜBERGABE:
Erziehung und Bildung im MST
9.-13.Dezember 2009: TAGUNG:
Kein Land in Sicht?
Brasiliens Agrarfrage im Zeichen des Klimawandels
4.-16. Dezember 2009:
BILDUNGSREISE: 25 Jahre Movimento dos Sem Terra. Brasiliens Agrarfrage
im Zeichen des Klimawandels
14.-23. November 2009:
BILDUNGSREISE: "Entwicklung - aber für wen?!" Brasilien: Das
Thyssen-Krupp-Stahlwerk und die Fischer
Ausstellung:
26.-28.06.2009 in Berlin, MST in
Maranhao; Fotoausstellung von G. Glinski auf dem
Stadtteil-Kulturfestival "48 Stunden Neukölln".
Internationaler Tag der Landlosen: Die Landlosenbewegung MST, Präsident Lula und das Agrobusiness,Diskussion und Musik im Saloninterkulturell,
17. April 09 in Berlin.
mehr...
InfoVeranstaltung: Landvertreibung in
Brasilien und die via campesina, Diskussion mit zwei Aktivisten der MST;
6. April 09, 19.30 Uhr, Hotel Pommerland, Meisengrund 13, Demmin
Nächstes Treffen der Freundinnen und
Freunde der Landlosenbewegung: Freitag, den 20.03.2009 in
Freiburg.
mehr...
Bald werden hier regelmäßig
die Info-Briefe des MST einzusehen sein. Wir versuchen diese
auch auf deutsch zur Verfügung zu stellen. Je mehr Übersetzer,
desto besser ;-)
Termine:
Das Thema Agrotreibstoffe ist
brandheiß und bietet viel Zündstoff. Verschiedene Tagungen beschäftigen
sich damit. Hier eine Auswahl mit speziellem Brasilienbezug:
Seminar des
Runden Tisch
Brasilien; 16.-18.Nov. in Weimar, u.a. mit Edivar Lavratti (MST)
Die FES lädt ein; 5.Nov. Berlin - u.a. mit hochrangigen Vertretern der
bras. Politik