Ein Film von Peter Krieg
D 1980, 96 Min, FSK 12
Deutscher Filmpreis 1981
Adolf Grimme Preis 1981
Als DVD bei der Edition Salzgeber
19,90 Euro im delicatessen-Onlineshop:
www.delicatessen.org/shop
Inhalt:
Peter Kriegs globalisierungskritischer Klassiker
SEPTEMBERWEIZEN ist ein
Film über und gegen die Mythen, die sich um Weizen, Hunger und die
ranken, die damit umgehen.
Josef von Ägypten ist der erste dieser mythischen Figuren um den Weizen.
Seinen Ruf als Ernährer verdankt er im Grund einer gutorganisierten
Spekulation gigantischen Ausmaßes. Selbst in der Darstellung der Bibel
ist unschwer erkennbar, dass Josef die Hungersnot, der er seinen Ruf
verdankt, selbst erzeugte. Josef der Ernährer ist die einzig
durchgehende Figur in SEPTEMBERWEIZEN, und seine Legende, in den Kontext
unserer Zeit gestellt, erweist sich im Lauf des Films als aktuelles
Vorbild für viele moderne Josefs -- Weizenhändler, Spekulanten,
Politiker...
SEPTEMBERWEIZEN ist ein Film über den amerikanischen Weizen, der den
Weltmarkt bestimmt -- die Methoden sind international, die Auswirkungen
global. SEPTEMBERWEIZEN ist mehr noch ein Film über Hunger -- in den
reichen Ländern der ersten wie in den armen Ländern der Dritten Welt.
Am Beispiel eines Nahrungsmittels wird nach den Ursachen des Hungers in
einer Zeit des Überflusses geforscht, wird nach den Motiven gefragt, die
Weizen zur Ware und zur Waffe, Menschen zu Opfern des Wohlstandes, Natur
zum Feind werden zu lassen.
Der Film ist in sieben voneinander abgegrenzte Kapitel unterteilt, die
vor allem Fragen stellen und Widersprüche aufzeigen sollen.
Nach und nach, vor allem durch Mundpropaganda befördert, füllte
SEPTEMBERWEIZEN die Kinos bis hinein in die Provinz -- hielt sogar
jahrelang den Besucherrekord in einigen Spielorten. Dann eroberte er die
Bildungsarbeit und fand den Weg in viele Schulen. Er war neben den
"Bewegungsfilmen" der Anti-AKW Gruppen sicher das prägendste
dokumentarische Filmereignis der achtziger Jahre. Deutscher Filmpreis,
Adolf-Grimme-Preis und zahlreiche Auszeichnungen im Ausland sind ein
Beleg dafür. Auch in den USA lief die englische Fassung erfolgreich in
Programmkinos, die New Yorker Village Voice setzte ihn gar auf die Liste
der 10 besten Filme des Jahres 1980.
Auch heute ist der Film kein bisschen angestaubt, die Themen und Fragen,
die er aufwirft, sind brandaktuell, und mancher wundert sich, dass schon
vor 26 Jahren darüber so intensiv nachgedacht wurde...